Eberhard Hübener
Fortschritt des Wissens zu Grundsitz und Schenkelhilfen und die „Entdeckung“ der Bewegungen des Pferderückens und des Pferderumpfes
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Grundsitz = Oberbegriff für verschiedene Formen des wirklich sitzenden „Hoch zu Roß“. – Jahreszahl in der 1. Spalte = Erstauflage des genannten Werkes. – Welcher Sitzart die erwähnten Autoren selbst im Sattel offenbar anhingen, ist meist in Klammern hinter ihrem Namen als Abkürzung vermerkt (vgl. Abbildung). – Fehlentwicklungen (anstatt von Fortschritten, nur in Ausnahmefällen erwähnt) sind fett kursiv als solche gekennzeichnet. – Literaturangabe zu „nach Gräfe“→ 1861 !
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15. Jahrhundert
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um 1445
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Johannes Gutenberg (* zwischen1394 und 1399 in Mainz, †1468 ebenda) erfindet den Buchdruck und schafft damit die Voraussetzung auch für die Produktion wohlfeiler Reitlehrbücher
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16. Jahrhundert
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1552
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Status: Unterschenkel-Vorstreck-Sitz in einem Sattel mit hüfthohem Vorder- und Hinterzwiesel. Dennoch die bis heute gültige Forderung, wir sollten uns dem Pferd so leicht machen „als ob wir eine Fliege oder Mücke wären“. → Federico Griso (UV): Ordini di cavalcare ...; Venedig – nach Gräfe (→ 1861) Fig. 1 u. S. 5
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1584
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Abbildung eines gepanzerten Ritters mit Lanze auf trabendem Pferd in klassischem Balancesitz (B). → Marcus Fugger: Von der Gestüterey; nach Werner Böhm: Roß und Reiter in der Kulturgeschichte; Olms Presse, Hildesheim, 1996 – Abb. S. 131
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1584
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Noch heute übliches Verfahren zum Anpassen der Bügellänge vor dem Aufsitzen wird beschrieben. → anonym, gezeichnet nur L. V. C.: Reutterkunst – nach Gräfe S. 11; L. V. C. war Stallmeister (S) am Hofe Kaiser Rudolph II. (1576-1612):
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1588
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Klärung des Zusammenhangs zwischen Plazierung der Steigbügelriemen-Halterungen (damals offenbar Ringe) und der Schenkellage: „Wenn die Ringe weit hinter den Knien sind, ist der Reiter fast gezwungen, die Schenkel an den Pferderumpf zu legen“ (was Löhneysen für ein Übel hält). → Georg Engelhart von Löhneysen (stB): Della Cavalleria (im sehr langen Untertitel u.a.: Wie man junge von Adel auferziehen soll) – nach Gräfe Fig. 3 und S. 14
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17. Jahrhundert
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1612
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Empfehlung, die Unterschenkel so nahe wie möglich ans Pferd zu nehmen, um Schenkelhilfen, wenn erforderlich, sofort geben zu können. → René de Menou Charnizay (UV): La pratique du cavalier ... – nach Gräfe S. 24
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1616
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Forderung: Unterschenkel an den Pferderumpf! → Der sächsische Bereiter Christoph Lieb (stB): Practica et Arte di Cavalleria – nach Gräfe S. 28
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1620
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Drei-Teile-Theorie zum Sitz des Reiters. ►Das mittlere Teil als „unbeweglich“ angenommen. → Pierre de la Noue (UV): La Cavalerie françoise et italienne ou l’art de bien dresser les Chevaux... – nach Gräfe S. 30. (Diese Drei-Teile-Theorie – immer davon ausgehend, daß das mittlere Teil unbeweglich [!] sei – verwenden nach la Noue übrigens 1657 der Herzog von Newcastle, 1664 Pinter von der Au, 1733 de la Guérinière, 1744 Bourgelat und 1781 de Bohan; 1798 flossen die „drei Teile“ in die französische Reitvorschrift Ecole de Cavalerie ein und 1827 beruft sich noch de Chabannes auf diese Theorie.)
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1623
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Problematische Forderung, generell mit kräftigem Knieschluß zu reiten. → Antoine de Pluvinel (UV), Schüler des Griso-Schülers Giovan Battista Pignatelli, später Stallmeister Ludwig des XIII.): Instruction du roy en l’exercice de monter à cheval – nach Gräfe Fig. 4 und S. 36
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1657
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Der „zierliche“ Sitz wirkt mehr, als alle anderen Hilfen! ►Frei und ungezwungen soll der Reiter sitzen. → William Cavendish, späterer Herzog von Newcastle (UV): Méthode et invention nouvelle pour dresser les chevaux – nach Gräfe Fig. 5 und S. 44, 45
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1664
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Erste Möglichkeit zum exakten Beschreiben und Bestimmen des stuhlsitzigen Balancesitzes mittels einer Senkrechten für Nasenspitze des Reiters und Sporenrad. ►Erster Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Bewegungen des Pferderückens und Sitz des Reiters. ►Methode einer Kontrolle der Bügellänge nach dem Aufsitzen (mit allerdings fragwürdigem Maß). → Johann Christoph Pinter von der Au (stB): Vollkommener ergäntzter Pferdt-Schatz – nach Gräfe S. 55, 56, 58
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18. Jahrhundert
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1720
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Die Knie des Reiters und damit seine Fußspitze sollen zum Pferd „umgewendet“ werden, wodurch erstens der Reiter zu einem festen, sicheren und eleganten Sitz komme, und zweitens seine Fußspitzen zum Pferd hin, seine Fersen vom Pferd weg gewendet würden, was verhindere, daß die Sporen unbeabsichtigt ans Pferd fielen. → Edler von Regenthal (S), Autor der Urdirectiven der Spanischen Hofreitschule in Wien, Kaiserlicher Oberbereiter Joseph II. → Unbekanntes aus der Spanischen Hofreitschule – Die Urdirectiven (Einführung und Transcription Bertold Schirg) – Die Directiven; Olms Presse, Hildesheim 1996, S. 57, 59. (Baron von Eisenberg betont 1727 übrigens ebenfalls die „hineinwärts“ gegen den Sattel zu wendenden Schenkel und Knie: Description du manège moderne dans sa perfection ...; Nachdruck der deutschsprachigen Ausgabe: Wohleingerichtete Reitschule oder Beschreibung der allerneuesten Reitkunst in ihrer Vollkommenheit; Zürich 1748. Olms Presse, Hildesheim 1974 – S. 8)
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1733
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Beschreibung dessen, was wir heute Balancesitz nennen; erste Verwendung des Begriffs „Gleichgewicht“ hierbei. ú Billigung des Knieschlusses nur für „gewisse Gelegenheiten“. ►Unterschenkel sollen ungezwungen, aber ruhig gehalten werden, um das Pferd nicht in ständige Unruhe zu versetzen. ►Nicht Knie und Fuß, sondern die Oberschenkel im Hüftgelenk sollen einwärts gedreht werden (und Knie und Fuß mitnehmen, Ferse tiefer als die Fußspitze). → François Robichon de la Guérinière (stB): Reitkunst oder gründliche Anweisung , übersetzt von J. Daniel Knöll; Nachdruck der Ausgabe Marburg 1817; Olms Presse, Hildesheim 1994 – S. 146, 150-152
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1744
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Erster Hinweis auf die Notwendigkeit, die Bewegungen des Pferdes zu fühlen. → Claude Bourgelat (S): Le nouveau Newcastle ou nouveau traité de cavalerie, geometrique, theorique et pratique – nach Gräfe Fig. 10 und S. 95, 96, 99
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1753
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Erste Möglichkeit zum exakten Beschreiben und Bestimmen des Balancesitzes mittels einer Senkrechten (Auge und Zehen des Reiters). → Joseph Christoph Zehentner (B, königlich preußischer Stallmeister und Direktor der Ritterakademie zu Berlin und Frankfurt/Oder): Kurzer und deutlicher Unterricht zur Anweisung eines jungen Cavaliers im Reiten, dergestalt, daß er sein Pferd von Hand zu Hand reiten, oder zu aller Zeit wechseln könne – nach Gräfe S. 104
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1755
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Schluß-Knorren (gemeint offenbar Sitzbeinhöcker) als vermeintlich alleinige Sitzbasis. → Wolfgang Ernst von Berga (stB, Oberstallmeister des fürstlichen Kollegiums zu Tübingen): Neue Reitkunst – nach Gräfe S. 107
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1756
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Der Reiter braucht keine Kraft aufzuwenden, um sein Gleichgewicht zu Pferde aufrecht zu erhalten. → Stallmeister Gaspar de Saunier (auf Kupferstichen seines Œuvres hängen nach Gräfe alle Reiter mit dem Oberkörper stark nach hinten): L’Art de la Cavalerie, ou la manière de devenir bon Ecuyer ... – nach Gräfe S. 109
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1769
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Schwerpunkt und Schwerlinie von Pferd und Reiter kommen in die Diskussion. ►Die Schwerlinien sollen aufeinandergesetzt [in Deckung gebracht] werden. ►Darstellung des Reiters im Sattel a) unbekleidet, b) als Skelett. → Du Paty de Clam (B mit zurückgelegtem Oberkörper): Pratique de l’équitation; In der deutschen Übersetzung von Klatte: Theorie und Praktik der höheren Reitkunst – nach Gräfe Fig. 12 und 13 und S. 118
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1773
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Es sei physisch unmöglich, einen Stützpunkt im Steißbein [selbst] suchen zu wollen. ►Biegung der Wirbelsäule nimmt heftige Stöße auf. ►Die Berührung des Sattels mit beiden Sitzbeinhöckern reiche aus, um alle Bewegungen des Pferdes zu fühlen und zu verstehen. → Mottin de la Balme (B mit nach vorn durchgebogener Lendenpartie und hinter die Senkrechte zurückgelehntem Oberkörper; ein französischer Kavallerie-Offizier): Essais sur l’équitation – nach Gräfe S. 141, 142, 145, 146
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1775
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Das Wesen des Balancesitzes wird umrissen: Schwerlinien von Reiter und Pferd müssen deckungsgleich sein! „Man verstehe unter Sitz des Reiters eine gerade, bequeme Haltung, die – wer in den Sattel steigt – haben muß, indem er dabei seine Balance bewahrt und auch für das Bewahren des Gleichgewichts beim Pferde sorgt, so daß Mann und Pferd infolge dieser Übereinstimmung nur einen und denselben Körper zu bilden scheinen.“ → Etienne Lafosse (B): Dictionnaire raisonné d’hippiatrique, cavalerie, manége, et maréchallerie – nach Gräfe S. 149, 150
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1778
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Die Basis des Reiters wird durch Bewegungen des Pferdekörpers nach links, rechts, vor und zurück geneigt, was das Gleichgewicht des Reiters stört. → Montfaucon de Rogles (B, hohlrückig, Oberkörper hinter der Senkrechten; gilt nach Gräfe als Begründer der „akademischen Reitkunst“):Traité d’équitation – nach Gräfe S. 165
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1781
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Oberschenkel dürfen die Streckung einnehmen, die ihr Gewicht bei „losen“ Muskeln u. Gelenken bewirkt. → Baron de Bohan (B, Schüler der alten französischen Kavallerieschule und später Generalleutnant): Examen critique du Militaire Français, Band 3: Principes pour monter et dresser les chevaux de guerre – nach Gräfe Fig 16 und S. 190, 191
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1798
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Neues Maß für die Methode zur Kontrolle der Bügellänge nach dem Aufsitzen. Zwischen Sitzbasis und Sattel solle, wenn sich der Reiter in den Bügeln erhebe, ein Zwischenraum von 6 Zoll (ca. 15 cm) sein. → anonym: Ecole de Cavalerie – nach Gräfe Fig. 18 und S. 199, 200, und anonym: Ordonnance provisoire sur l’exercise et les manoevre de la cavalerie – nach Gräfe S. 205 (Dienstliche Reitinstruktionen für die französische Militärreiterei von 1798 und 1810, auf den Balancesitz ausgerichtet, und die Drei-Teile-Theorie vertretend)
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1800
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Grundlage für verhängnisvolle „Das Pferd zwischen Schenkel, Kreuz und Hand spannen“- Praxis entsteht: Der Reiter solle, wenn er „sein Pferd zu arbeiten“ beginnt, den Oberkörper zurücklehnen, „sobald er seine Kräfte gegen die des Pferdes anstrengen [!]“ muß. → Ludwig von Hünersdorf (B, Regimentsbereiter und später Stallmeister erst in hessischen, dann in württembergischen Diensten): Anleitung zu der natürlichsten und leichtesten Art Pferde abzurichten; Reprint Olms Presse Hildesheim, 1992 – S. 18-20
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19. Jahrhundert
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1827
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„Den Bewegungen des Pferdes folgen“ wird Jahrhundert-Thema. ►Die Drei-Teile-Theorie erfährt eine wesentliche Änderung: Die Sitzbasis des Reiters muß passiv beweglich bleiben! → Du Croc de Chabannes (B, Zivil-Stallmeister der Instruktionsschule für die französische Kavallerie): Cours élémentaires et analytique d’équitation, ou résumé des principes de M. d’Auvergne... – nach Gräfe Fig. 17 und S. 233, 237
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1830
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Erkenntnis, durch Zurücknehmen der Schultern (statt nachteiligem „Brust raus!“) wird die Brust „offen“. → anonym (von einer Kommission erarbeitet): Cours d’équitation militaire à l’usage de l’école de Saumur et des corps de troupes à cheval – nach Gräfe Fig. 18 und S. 258
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1836
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Zusammenhang: Sitz des Reiters : Bewegungen des Pferdes : dem Pferd den Gebrauch seiner Kräfte gestatten. → P. A. Aubert, Stallmeister der Applikations-Schule für Offiziere des französischen Generalstabs: Traité raisonné d’équitation d’après les principes de l’école française – nach Gräfe S. 272
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1836
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Das Steißbein ist über die Gesäßmuskulatur indirekt auf den Sattel gestützt ►Moment der Schenkelhilfe zum Angaloppieren muß genau getroffen werden. → Max Ritter von Weyrother (stB, Oberbereiter der Spanischen Hofreitschule in Wien): Bruchstücke aus den hinterlassenen Schriften; Reprint Olms Presse, Hildesheim 1977 – S. 6, 55
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1841
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Reitgymnastik führt schneller zum „guten Sitz“ ►Wichtige Übung zum Erzielen der korrekten Schenkellage! Der Schüler entferne „einen der beiden [Ober-] Schenkel von den Sattelblättern soweit es ihm möglich ist, dann nehme er ihn in die ursprüngliche Lage zurück, indem er ihn von außen nach innen dreht und so möglichst viele Berührungspunkte mit dem Sattel findet“. → François Baucher (B): Methode der Reitkunst nach neuen Grundsätzen; Nachdruck der Ausgabe (in Übersetzung von Carl von Kopal) Stockerau 1884; Olms Presse, Hildesheim 1998 – S. 17, 20
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1842
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Begriff und Begründung des in der dänischen Kavallerie damals üblichen „[Knie-] Schlußreitens“. Bei einem „wilden, scheuen oder mit sonstigen Unarten [!] behafteten Pferd“ reiche das Balancieren nicht aus, man brauche „eine immer wirkende, verhältnismäßige Kraft, die die Kraft der Körperschwere unterstützt“, nämlich die Knie. → Comte Savary de Lancosme-Brèves (B): De l’équitation et des haras – nach Gräfe S. 285
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1844
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Der Weg von sichtbaren zu (von diesen vorbereiteten) feineren, unsichtbaren Schenkelhilfen. ►Die Schenkelhilfe verursacht auf die Bauchmuskeln des Pferdes einen Reiz, infolge des Reizes ziehen sich diese zusammen. → Louis Seeger (B, Schüler von Max Ritter von Weyrother): System der Reitkunst; Reprint Olms Presse, Hildesheim 1999 – S. 190-191
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1861
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Knieschluß nur für ausnehmend heftige Bewegungen. Ansonsten „ermüdet sie den Reiter bedeutend mehr und das feste Andrücken der Knie wird mehr oder minder, aber doch immer die freie Bewegung der Unterschenkel beeinträchtigen.“ → Carl Gräfe (B, königlich-preußischer Kavallerie-Offizier): Die Haltung und der Sitz des Reiters – Ein Beitrag zur Geschichte der Reitkunst; Reprint Olms Presse, Hildesheim 1991 – S. VII, 119, 128, 131, 286
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1869
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Schenkelhilfen sind selbstgewählte Zeichen, ihre Bedeutung muß dem Pferd erst verständlich gemacht werden. → Friedrich von Krane (B mit Knieschluß, Kavallerie-Oberst): Anleitung zur Ausbildung der Kavallerie-Remonten; Nachdruck der 2. Auflage Berlin 1879; Olms Presse, Hildesheim 1983 – S. 292, 301
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1878
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Erste Phasenfotografien vom Bewegungsablauf der Grundgangarten des Pferdes → veröffentlicht in den USA der Engländer Eadweard Muybridge: Complete Human and Animal Locomotion, Volume III, 9: Horses; Reprint der Ausgabe von 1887 Dover Publications, Inc., New York 1979 [Sehr schnell hat sich Peter Adam (stB, Zweibrücker Gestütsdirektor), damit befaßt. Schon 1882 veröffentlicht er einen auf Phasenfotografien gestützten Aufsatz über die Gangarten des Pferdes: Vorträge über Pferdekunde; Reprint FN-Verlag, Warendorf 1987 – S. 347 ff.]
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1884
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Im Takt der Bewegung an den Pferderumpf fallende Schenkel bestimmen den richtigen Augenblick für die Schenkelhilfe. ►Hinweis auf den zur Schwemme reitenden Bauernburschen. → Gustav Steinbrecht (B, Schüler von Louis Seeger und Lehrer von Paul Plinzner): Das Gymnasium des Pferdes; Reprint Dr. Rudolf Georgi, Aachen 1975 – S. 15, 16, 149, 150
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1890
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Bedeutung des Steigbügels für den Balancesitz wird klar. „Wenn man sich der Bügel bedient, muß die Fußspitze höher sein, als der Absatz. Ohne Bügel muß der Fuß natürlich herunterhängen, und folglich befindet sich die Fußspitze niedriger, als der Absatz. Man wird beobachten, daß es ohne Bügel unmöglich ist, die Fußspitze ohne Anspannung bis zur Steifheit nach oben gerichtet zu halten.“ → James Fillis (B, gebürtiger Engländer, tätig zunächst in Frankreich und seit 1898 Chef der Kavallerieoffiziers-Ausbildung in St. Petersburg): Grundsätze der Dressur und Über die Reitkunst; Nachdruck der Ausgabe Berlin 1894; Olms Presse, Hildesheim 1979 – S. 34
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1895
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„In der Reiterei heißt es, viel zu wissen, um auch nur das Elementare gut zu lehren.“ → Alexis l’Hotte (B, Schüler Bauchers und des Comte d’Aure, französischer Brigadegeneral und wahrer Edelmann): Reit-Fragen; ins Deutsche übertragen von Bertold Schirg; Olms Presse, Hildesheim 1977 – S. 6
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20. Jahrhundert
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1903
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Das Eingehen in die Bewegungen des Pferdes beruhe im Wesentlichen auf abwechselndem Ent- und Belasten der rechten und der linken Pferderückenseite. [Richtiger wohl: Verhindern wechselseitiger Mehrbelastung. Bezüglich der Fußfolge-Phasen, in denen er „Umbelasten“ will, irrt Spohr gänzlich.] → Peter Spohr (B, Oberst und nimmermüder „Mechaniker“ der Reitkunst): Die Logik in der Reitkunst, Erster Teil = Über die Beziehungen der Reit- und Dressurhilfen zu der anatomischen Mechanik des Pferdes, Zweiter Teil = Die elementare Reit-Dressur auf Grund der mit der Mechanik des Pferdes übereinstimmenden Hilfen; Nachdruck der Ausgaben Stuttgart 1903-1909. Olms Presse, Hildesheim 1979 – Teil II, S. 21, 22
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1913
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„Gleichgewichtssitz, unabhängig von der Hand, Vertrauen. [....] Im Sitz liegt, bei Lichte besehen, alles!“ ►Schenkelhilfe eine natürliche Fortsetzung der Sitzhilfe nach unten. → Otto de la Croix (B, Oberstleutnant und Kommandeur eines Feldartillerie-Regiments): Natürliche Reitkunst; Reprint Olms Presse, Hildesheim 1989 – S. 6, 45, 65
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1923
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Natürliche zeichnerische Darstellung des sich bewegenden Pferdes in vollständigen Bilderfolgen. ►Hinweis auf Verschiebungen in Schulter u. Becken beim Pferd (für den Menschen schon in der spätklassischen Kunst Griechenlands im 5. Jh. v. Chr. bekannt → Standbein, Spielbein, Kontrapost). → Der Kunstmaler und Pferdemann Ludwig Koch: Die Reitkunst im Bilde; Nachdruck der 2. Auflage Wien 1928; Olms Presse, Hildesheim 1976 – S. 11, 163
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1928
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Zeichnerische Darstellung des makellosen Balancesitzes (ohne „Kreuzanspannen“) → in allen drei Werken von Hans von Heydebreck (B, Kavallerieoffizier und Freund von Felix Bürkner): Die deutsche Dressurprüfung (1928) und Das Gebrauchspferd und seine Ausbildung – Beiträge zum richtigen Verständnis der Reitvorschrift (1935); Nachdruck Olms Presse, Hildesheim 2001 (die Zeichnungen im Klassiker Dressurprüfung stammen von Ludwig Koch!) und: Reitlehrer und Reiter – Eine Anleitung nach den Grundsätzen der Deutschen Reitvorschrift; Nachdruck der Ausgabe von 1928 FN-Verlag, Warendorf 1987
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1930
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„Der Oberkörper darf [beim Treiben] nicht mithelfen, nicht drücken.“ ►Schenkel in stete leichte Fühlung mit dem Pferdeleib! → Oscar M. Stensbeck (B): Reiten – Eine Anleitung, es zu lernen und selbst ein Pferd bis zur Vollendung auszubilden; Reprint der Auflage von 1935 in Stensbeck • Dreyhausen • Walzer: Grundzüge der Reitkunst; Olms Presse, Hildesheim 1983 – S. 53, 64
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1933
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Verhängnisvolle bildliche Fehlinterpretation des Begriffs „Kreuzanspannen“. → Wilhelm Müseler (B):Reitlehre; 16. Auflage, Paul Parey, Berlin 1936 – Skizzen 6-9 und Abb. 25
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1936
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Sitzhilfen können die Bewegung der Hinterbeine nicht hervorrufen oder erhalten. ►In stärkeren Gangarten muß dem Rücken des Pferdes mehr Freiheit gegeben werden [muß der Rücken des Pferdes entlastet werden]. → Gustav von Dreyhausen (B): Grundzüge der Reitkunst; Nachdruck der Ausgabe Wien 1951; Olms Presse, Hildesheim 1983 – S. 5-7
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1939
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Der äußere schiefe Bauchmuskel, der Bauchhautmuskel und die Anregung dieser durch den Schenkeldruck (Reaktion in Form eines Schütteln der Haut). ►Pendelbewegungen des Pferderumpfes dient dem Gewichtsausgleich ►Nachteil des beidseitig gleichzeitigen Klopfens beider Unterschenkel. → Udo Bürger (B, leitender Veterinäroffizier an der Kavallerieschule Hannover) und Otto Zietzschmann (Professor der Anatomie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover): Der Reiter formt das Pferd – Tätigkeit und Entwicklung der Muskeln des Reitpferdes; Reprint FN-Verlag, Warendorf 1987 – S. 33-35
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1941
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Verstärkt der Reiter im Takt der von den Rumpfschwingungen des Pferdes empfangenen, wechselseitigen Impulse die elastische Spannung seiner Waden durch Senken der Absätze, gibt er schon die aktiv anregende, betonte Schenkelhilfe. ►Nur das Stützbein, kann mit verstärkter Kraft vom Boden abschnellen, das Spielbein muß dem Abstoß Raum geben. ►Eine Schenkelhilfe in der Schwebephase ist somit nutzlos. → Waldemar Seunig (B, österreichisch-deutscher Kavallerieoffizier): Von der Koppel bis zur Kapriole – Die Ausbildung des Reitpferdes; Fretz & Wasmuth, Zürich 1949 – S. 56, 59, 68, 71, 72
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1956
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Das Pferd ist seit Jahrtausenden gewohnt, auf das Verhalten des Leittiers zu achten, seine Signale wahrzunehmen und blitzschnell darauf zu reagieren. Seine Aufmerksamkeit ist intensiv und ausdauernd. → Elisabeth Hartenstein (B): Mit dem Pferd durch die Jahrtausende; Verlag Neues Leben, Berlin – S. 60
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1959
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Ein einmaliger beidseitig gleichzeitiger Schenkeldruck bei vorgehender Hand (!) bedeutet energischeres vorwärts, wichtig beim Anreiten aus dem Halten und bei Übergängen. ►Wechselseitige Schenkelhilfe dient dem Steigern der Versammlung. ►„Verstand braucht man, aber wenig Kraft, um sein Pferd diese Zeichen zu lehren, und selber eiserne Konzentration, Folgerichtigkeit und Übung, um sie richtig anwenden zu lernen.“ → Udo Bürger (B, leitender Veterinäroffizier an der Kavallerieschule Hannover): Vollendete Reitkunst – erstrebt - erforscht - erfühlt; Verlag Paul Parey, Hamburg 1982 – S. 142, 145
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1971
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Unruhiger und ungleichmäßiger Sitz stört nicht nur mechanisch die Balance des Pferdes, sondern auch dessen Konzentration. Das Pferd schielt gewissermaßen ständig nach hinten, um zu sehen, was da nicht stimmt. → Wilhelm Blendinger (B, Tierarzt, passionierter Reiter und überragender Kenner der Psychologie und Verhaltensweise des Pferdes): Psychologie und Verhaltensweise des Pferdes mit Vergleichen aus der Psychologie des Menschen und der Tiere; Erich Hoffmann Verlag, Heidenheim – S. 15, 198
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1978
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Der Beckenring des Reiters ist in dauernder Bewegung, solange sich das Pferd bewegt. Er muß sich zum Eingehen in die Bewegung des Pferdes ständig abwechselnd rechts und links heben [links und rechts senken].►Die Wirbelsäule des Reiters gleicht die Kippbewegungen seines Beckens durch geringe „gegenseitige“ Verlagerungen aus, um den Oberkörper in der Senkrechten und den Reiter im Gleichgewicht zu halten. → Dres. Heinrich und Volker Schusdziarra (B, reitende Humanmediziner, Vater & Sohn): Gymnasium des Reiters; Paul Parey, Hamburg – S. 7, 14, 17, 32, 33, 38-40, 49
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1986
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„Dem Sitz des Reiters dienen als Grundlage die beiden Gesäßknochen (Sitzbeinhöcker?) und die mit ihnen in Verbindung stehenden Schambeinäste.“ Fußnote: „Die bisher gebräuchlichen Bezeichnungen ‚Spalt‘ und ‚Sitzdreieck‘ sind nach heutigen Erkenntnissen ungenau.“ → H. D. Donner und Dr. D. Specht: Richtlinien für Reiten und Fahren – Band 1 – Grundausbildung für Reiter und Pferd; „vollkommen überarbeitete“ Neuauflage; FN-Verlag, Warendorf – S. 49
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1989
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Lang, aufrecht und nach außen geöffnet sollen wir sitzen, nach oben und unten wachsen, die Schultern nach oben–hinten–unten bringen. → Sally Swift: Reiten aus der Körpermitte – Pferd und Reiter im Gleichgewicht (Original: Centered Riding 1985);Albert Müller, Rüschlikon – S. 53, 55, 71, 73, 106, 154-155
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1990
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Am besten unterstützt man die Beweglichkeit des Beckens durch einen aufgerichteten Oberkörper. → Brigadier Professor Kurt Albrecht, von 1974 bis 1985 Leiter der Wiener Spanischen Reitschule: Ausbildungshilfen für Pferd und Reiter, Psychologie, Pädagogik und Didaktik im Dienste der Ausbildung von Pferd und Reiter; BLV Verlagsgesellschaft, München – S. 19, 20
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1992
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Den Bewegungen des Pferderückens [allein] per Bauch-/Kreuzmuskel-Tätigkeit zu folgen, ist unmöglich. → Horst W. Stricker (B): Reiten heißt sitzen – aber wie? Sitz und Hilfengebung ohne Kreuzanziehen; Wilhelm Schröer, Seelze – S. 25, 26, 48, 51
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1993
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Korrekte Darstellung der Reiter-Sitzbasis (Schambeinäste, Sitzbeinhöcker, hinterer Gesäßmuskel) im Sattel. → Susanne von Dietze (B): Balance in der Bewegung – Der Sitz des Reiters; FN-Verlag, Warendorf 1994 – S. 8, 27, 36
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1999
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Das seitliche Auf und Ab des Pferderückens und Hin- und Herschwingen des Pferderumpfes als Auslöser der „selbsttätigen“ Schenkelhilfe in (Koch’schen!) Zeichnungen der Bewegungsfolgen der Grundgangarten markiert und erläutert. Hinweis auf den Zusammenhang zwischen (a) der Technik des „Ausschaltens“ jeder unbeabsichtigten bzw. der korrekten (!) Ausführung einer erforderlichen Schenkelhilfe und (b) der Unterstützung des seitlichen Beckenring-Wippens beim Eingehen in die Bewegungen des Pferderückens. → Eberhard Hübener (B): Schmeichelnder Sitz, atmender Schenkel, flüsternder Zügel; Olms Presse, Hildesheim – S. 61-63, 65, 68, 167
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2000
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Eine Video-Analyse bestätigt die Hypothese von der „selbsttätigen“ Schenkelhilfe“. → Presse-Informationen von Eberhard Hübener (B): Videotechnik bestätigt eine für kultiviertes Reiten wesentliche Hypothese vom Mai, Modernste Videotechnik offenbart sogar, was mancher gar nicht sehen will vom Juni und Zügelunabhängiger Balancesitz und Kunst des Treibens vom August des Jahres unterrichten alle bekannten Reitsport-Zeitschriften im deutschsprachigen Raum.
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2000
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„Ein Reitausbilder muß als Bewegungsvermittler für Reiter und Pferd auftreten.“ → Eckart Meyners: Lehren und Lernen im Reitsport – Sportpädagogische Grundlagen – Reiten als Selbstbewegung – Anfängerreitkonzepte; Wehdemeier & Pusch, Lüneburg – S. 7
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21. Jahrhundert
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2002
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Ableitung der Bewegungen des Pferderückens und –rumpfes – denen der Beckenring des Reiters ständig ungehindert folgen muß! – aus den Fußfolgen der Grundgangarten. Darstellung der Auslenkungen, die Oberkörper und Beine des Reiters durch diese Bewegungen erführen, wenn der Reiter ihnen hier (!) nicht unbewußt/bewußt gegensteuerte, um die Balance zu wahren. Lösung des „Sitz-Rätsels“. → Eberhard Hübener (B): Wie soll der Reiter sitzen – und weshalb?; beigebunden der 2. Auflage von Schmeichelnder Sitz, atmender Schenkel, flüsternder Zügel; Olms Presse, Hildesheim – S. 5, 15, 17, 19-22 und 24-29 in der beigebundenen Arbeit.
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Bildquellen
(v. li. n. re.):
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Sämtliche Abbildungen von Erika Janell.
Die Skizze des idealen Balancesitzes stammt aus Eberhard Hübener: Schmeichelnder Sitz, atmender Schenkel, flüsternder Zügel; 2. Auflage. Olms Presse, Hildesheim 2002 – S. 15 des beigebundenen Aufsatzes Wie soll der Reiter sitzen – und weshalb?
Die anderen vier Skizzen wurden in Anlehnung an historische Vorlagen erstellt.
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Stand: 16. Nov. 03
[nach oben]
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